Wirbelsäule, interdisziplinäre Therapie in Köln

Die Wirbelsäule leidet unter den modernen Lebensbedingungen, wenig körperliche Bewegung und hohe Belastung im sitzen. Beschwerden an der Wirbelsäule sind die Folge und gehören zu den häufigsten Erkrankungen die wir in unserer Praxis in Köln am Gürzenich sehen. Unser interdisziplinäres Team aus Sportmediziner, Physiotherapeuten und Osteopathen ist auf die Erkrankungen des Rückens und der Wirbelsäule spezialisiert. Mit ganzheitlichen Behandlungsmethoden gehen wir gezielt gegen die Ursachen der Wirbelsäulen Erkrankungen vor.

Die Wirbelsäule braucht Bewegung um gesund zu bleiben. Unser modernes Leben hat der Wirbelsäule viele Belastungen abgenommen und zwingt uns mehr denn je zu Passivität und einem Leben im sitzen. Die einzelnen Segmente der Wirbelsäule werden erst richtig ernährt, wenn ausreichend Bewegung die Nährstoffe in die Gewebe pressen kann. Bei einem Mangel nehmen sie Schaden und langsam stellen sich so degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule ein. Die Folge ist häufig eine Bandscheibenverletzung oder ein Verschleiss an der Wirbelsäule.

Unser Praxisteam in Köln ist auf die Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen des Rückens und der Wirbelsäule spezialisiert. Auf dem sicheren Boden der modernen, wissenschaftlichen Sportmedizin erweitern wir unser Behandlungsspektrum mit ganzheitlichen Therapien wie Osteopathie, Physiotherapie und speziellen Massagetechniken. Unsere Diplom Sportlehrer, Osteopathen und Physiotherapeuten arbeiten nach modernsten Therapiekonzepten.

Wenn Sie Fragen zum Thema Wirbelsäule und Rücken haben rufen Sie und unter 0221/ 257 9933 an. Wir beantworten Ihre Fragen gern.

Foto: Sportmedizin, Physiotherapie, Massage Osteopathie und unter einem Dach.

Die Wirbelsäule

Anatomie der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule des Menschen ist ein Multifunktionstalent.

Im wesentlichen ein leicht gebogener Stab, gibt die Wirbelsäule dem Bewegungsapparat den nötigen passiven Halt und ermöglicht uns den aufrechten Gang. Die Wirbelsäule beherbergt gleichzeitig in ihrem Inneren das Rückenmark, ein wichtiger Teil unseres Zentralnervensystems. Durch kleine Öffnungen in der Wirbelsäule, Neuroforamina genannt, entsendet das Rückenmark die Spinalnerven in den Körper. An der Hals Wirbelsäule findet sich eine zusätzliche Besonderheit. Durch die einzelnen Halswirbel zieht sich noch jeweils eine Arterie durch eigene knöcherne Kanäle, die Arteria vertebralis (Arterie der Wirbelsäule). Diese Arterien sind neben den großen Arterien seitlichen am Hals, den Carotiden, für die Versorgung des Gehirns mit zuständig.

Foto: Die Wirbelsaeule des Menschen ist normalerweise von hinten gesehen gerade.

Betrachtet man die Wirbelsäule von hinten ist sie kerzengerade, schaut man sie sich von der Seite an beschreibt sie 4 Bögen. Man nennt das auch die Doppel-S-Form der Wirbelsäule. Diese Doppel-S-Form stellt in sich ein Federelement dar und schützt die einzelnen Segmente der Wirbelsäule vor zu hoher Druckbelastung.

Der erste Bogen der Halswirbelsäule die HWS Lordorse wölbt sich nach vorn. Bei starken Verspannungen im Schulter Nacken Bereich kann diese HWS Lordose an der Wirbelsäule sich begradigen oder sogar in die entgegengesetzte Richtung einen kleinen Bogen beschreiben. Ein Zeichen für eine lang an dauernde, meist schmerzhafte Verspannung der Muskulatur.

Den zweiten Bogen der Wirbelsäule beschreibt die Brustwirbelsäule. Er nennt sich BWS Kyphose und wölbt die Wirbelsäule über eine längere Strecke sanft nach hinten vor. Damit ist ein S beschrieben.

Das zweite S beginnt mit der Lendenlordose. Wieder beschreibt die Wirbelsäule einen Bogen nach vorn Richtung Bauchraum. Abflachungen dieser Lordose sprechen auch hier für massive Muskelverspannungen in diesem Bereich. Der häufigste Auslöser ist hier langes sitzen.

Das Kreuzbein schließlich beendet mit der Kyphose, einer harmonischen Schwingung des letzten funktionell wichtigen Wirbelsäulenabschnittes am unteren Ende der Wirbelsäule das Doppel-S. Das Kreuzbein ist ein Trapez, fast schon Dreieck förmig und nimmt mit dem Kreuzdarmbeingelenk oder auch Iliosakralfugen genannten Gelenken die Beckenschaufeln auf und verbindet sie mit der Wirbelsäule.

Die Wirbelsäule hat 5 Halswirbel, 12 Brustwirbel und normalerweise 5 Lendenwirbel. Dazu kommt das Kreuzbein, das aus wiederum 5 Segmenten besteht und knöchern miteinander verwachsen ist und darunter das Steissbein mit ebenfalls 5 kleinen Elementen. An der Lendenwirbelsäule sieht man gelegentlich einen weiteren zusätzlichen Wirbelkörper, eine Variante der Natur ohne Krankheitswert.

Schauen wir uns ein Element der Wirbelsäule genauer von der Seite an, dann sehen wir den Wirbelkörper, ein stabiler Knochen der oben und unten jeweils an eine Bandscheibe grenzt. Nach hinten schliessen sich dann die Wirbelbögen an, die schützend das Rückenmark umschliessen. Die Wirbelbögen tragen auch die Querfortsätze der Wirbel. Beide Wirbelbögen vereinen sich hinten im Dornfortsatz, den man durch die Haut des Rücken zentral gut tasten kann.

Der erste Wirbel unserer Wirbelsäule der Atlas grenzt unmittelbar an gelenkige Flächen des Kopfes. Er bildet ein weiteres sehr spezielles Gelenk dem darunterliegenden 2. Halswirbelkörper, dem Axis. Diese beiden Wirbelkörper sind gleich über 2 Gelenke miteinander verbunden. Einmal ruhen sie aufeinander und bewegen sich gelenkig und zum zweiten steht ein Knochenteil wie ein überdimensionaler Zahn nach oben und wird vom Atlas, einem ringförmigen Wirbelkörper umschlossen. Zwischen diesen ersten beiden Wirbelkörpern gibt es keine Bandscheibe, alle folgenden Wirbelkörper sind dann jeweils mit einer Bandscheibe miteinander verbunden. Die Bandscheiben werden von oben nach unten, entsprechend der Belastung die sie im Verband der Wirbelsäule tragen müssen, dicker und stabiler.

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Funktionen der Wirbelsäule

Stützen:
Die Wirbelsäule ist der Haupt-Tragpfeiler des Menschlichen Körpers. Ohne die Wirbelsäule und ihre stützende Funktion wären der aufrechte Gang und viele Bewegungen nicht möglich. An der Wirbelsäule sind auch asymetrisch der Brustkorb und das Becken aufgehängt. Gleichzeitig trägt die Wirbelsäule den Kopf und balanciert das alles elastisch im Raum aus.

Bewegung:
Das Funktionselement der Bandscheiben besteht aus einem Wirbelkörper, einer Bandscheibe und einem weiteren Wirbelkörper. Dieses Segment lässt einen gewissen Bewegungsspielraum durch die Viscoelastizität der Bandscheibe. In der Gesamtheit macht das die Beweglichkeit der Wirbelsäule aus, die an den einzelnen Anschnitten unterschiedlich und an die funktionelle Notwendigkeit angepasst ist. Die Halswirbelsäule hat den grössten Bewegungsumfang, was die große Beweglichkeit des Kopfes zulässt. Die Brustwirbelsäule hat die geringste Beweglichkeit. Vor allem Vorneigung ist hier möglich. Die Lendenwirbelsäule ist mit Beugung, Neigung und Drehung schon wieder etwas flexibler.

Dämpfung:
Gleich zweifach kann die Wirbelsäule die Drucke und Stösse anfangen und dämpfen. Die bereits oben beschriebene Doppel-S-Form der Wirbelsäule macht sie zu einem in sich federnden und schwingenden Element, dass Druckkräfte abbaut. Zum zweiten kann jedes einzelne Segment durch die dazwischenliegende Bandscheiben elastisch nachgeben. Allerdings ist jede Funktion für sich betrachtet nicht ausreichend um auf Dauer genügend Stösse abzufedern. Erst im gesunden Zusammenspiel beider Funktionen kann die volle Dämpfungswirkung erreicht werden und degenerative Schäden vermieden werden. Daher ist es auch so wichtig eine Fehlhaltung der Wirbelsäule zu beseitigen.

Schutz:
Die Wirbelsäule beherbergt hinter dem Wirbelkörper und zwischen den Wirbelbögen das hochempfindliche Rückenmark. Das gilt es um jeden Preis zu schützen. Besonders an der Halswirbelsäule hängt unser Leben von der Unversehrtheit des Rückenmarks ab. Daneben beherbergt die Wirbelsäule auch noch die Vertebralarterien in eigenen knöchernen Kanälen.

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Störungen an der Wirbelsäule

Deformitäten
Fehlhaltungen sind die häufigsten Störungen an der Wirbelsäule.

Foto: Die Wirbelsaeulen Skoliose ist eine Fehlstellung in der Frontalebene.

Wir unterscheiden je nachdem ob wir von hinten auf die Wirbelsäule schauen, in seitliche Fehlhaltungen auch Skoliosen genannt und von der Seite auf die Wirbelsäule geblickt Veränderungen der Doppel-S-Form. Bei letzterem können die Bögen verstärkt sein, man spricht dann von Hyperlordosen der HWS und LWS oder Hyperkyphosen der BWS. Ist der Bogen abgeschwächt spricht man von einer Steilfehlhaltung. Deformitäten der Wirbelsäule können angeboren sein, besonders bei jungen Frauen können sehr schwere Formen der Skoliose auftreten, die auch oft operationspflichtig sind. Eine häufige Ursache für Skoliosen ist ein Beinlängendefizit.

Degenerative Störungen
Durch Fehlbelastungen und natürliche Alterungsprozesse der Knochen und des Bindegewebes kann sich die Wirbelsäule im Laufe der Jahre verändern und zu Beschwerden führen. Zu hohe Belastungen, die über längere Zeit auf die Wirbelsäule einwirken bewirken am Knochen eine Umbaureaktion und der Knochen beginn, da wo er besonders hohe Lasten zu tragen hat, mehr Knochenmaterial anzubauen und damit die Fläche zu vergrössern. Was physikalisch sehr wirksam ist, führt medizinisch jedoch zu erheblichen Problemen durch die Einengung der benachbarten Nervenstrukturen und Blutgefäße. Ausstrahlende Schmerzen in Schulter und Arme, Kribbelgefühl und Schwindel können an der Halswirbelsäule die Folge sein. An der Lendenwirbelsäule ziehen die Beschwerden meist über das Gesäss und die Ischiasregion in die Beine.

Entzündungen
Bei den Entzündungen der Wirbelsäule müssen wir unterscheiden zwischen Reizzuständen wie sie durch Bandscheibenvorfälle, knöchernen Verschleiss oder chronische Fehlbelastung auftreten und bakteriellen, viralen oder autoimmun bedingten Entzündungen. Nur eine moderne Laboruntersuchung und ein bildgebendes Verfahren, idealerweise eine Kernspintomografie sichert hier die Diagnose.

Verletzungen
Knöcherne Verletzungen der Wirbelsäule können je nach Lage des Knochenbruchs am Wirbelkörper unterschiedlich gefährlich sein. Die häufig zu sehenden Imventralen Impressionsfrakturen der Wirbelkörper, wie sie bei Osteoporose auftreten bedrohen das Rückenmark nicht, führen aber zu einer kyphotischen Fehlhaltung, dem sog. Witwenbuckel. Frakturen im Bereich der Hinterkante der Wirbelkörper bedrohen unmittelbar das Rückenmark und werden meist operativ versorgt. Abbrüche der Dornfortsätze oder Querfortsätze, wie man sie des öfteren bei Sportunfällen sieht, sind zumeist harmlos und bedürfen meist keiner besonderen Versorgung.

Tumoren
Eine Reihe von Tumoren können knöcherne Metastasen setzen und auch die Wirbelsäule bedrohen. Beim Mann ist es häufig das Prostata-Ca, bei der Frau oft das Mamma-Ca was zu Absiedlungen in der Wirbelsäule führt. Primär in der Wirbelsäule können einige Tumorformen auftreten. Der behandelnde Arzt muß dann je nach Verlaufsform die geeignete Therapie auswählen.

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Therapie an der Wirbelsäule

Erkrankungen an der Wirbelsäule sollten immer ursachenbezogen behandelt werden. Die sichere Diagnose ist die Vorrausetzung für eine wirkungsvolle Therapie. Wir unterscheiden grundsätzlich in konservative und operative Behandlungen. Konservative Therapieverfahren sind vor allem physiotherapeutische Behandlungen, wie spezielle Bewegungsübungen, Dehnübungen, Mobilisationen und Kräftigungen. Diese Übungen sollten regelmässig mindestens 2 mal wöchentlich durchgeführt werden. Die Osteopathie hat in den letzten Jahren eine interessante und wichtige Position eingenommen. In den USA schon seit langem bekannt, verbreitet sich die Osteopathie in Deutschland erst in den letzten Jahren. Dieses sanfte und zugleich wirksame Therapieverfahren gewinnt immer mehr Anhänger.

Auf der ärztlichen Seite sind Infusionen, Injektionen verschiedener Techniken und die Akupunktur entscheidende Maßnahmen um die Wirbelsäule und den Rücken zu behandeln und auszuheilen. Aber auch ärztlich physikalische Massnahmen wie die moderne Korrektur von Fehlhaltungen und Fehlstellungen sind wichtig in der Behandlung der Wirbelsäulenerkrankungen. Mit modernsten Messmehthoden können wir heute die Ergebnisse der ärztlichen und physiotherapeutischen

Foto: Matthias Erbel, Sportmediziner in Köln, Privatpraxis für Sportmedizin, Köln

Behandlungen der Wirbelsäule kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren für einen bestmöglichen Behandlungserfolg.

In den letzten 10 Jahren hat sich die konservative Therapie der Wirbelsäulenerkrankungen deutlich weiterentwickelt. Man entfernt sich mehr von einem reinen Krafttraining für die Kennmuskulatur des Rückens und wählt heute ein funktionelles Training in komplexeren Bewegungsabläufen. Man hat erkannt, dass Muskelberge allein nicht vor Rückenschmerzen schützen, wie ein bekannter Fitnessanbieter wirbt, sondern sehr viel komplexere Vorgänge an der Gesunderhaltung und Heilung bei Rückenerkrankungen beteiligt sind. So werden heute in einer modernen Physiotherapie unter ärztlicher Anleitung auch die autonome Regulation, die Koordination und die Propriozeption in komplexen und natürlichen Bewegungsabläufen trainiert. Die grossen alten Kraftmaschinen benötigt man nicht für eine gesunde Wirbelsäule. Die Rate der operationspflichtigen Bandscheibenvorfälle konnte dadurch in den letzten Jahren auf unter 1% gesenkt werden.

Operative Therapie bei Wirbelsäulenerkrankungen ist heute weniger häufig erforderlich. Gleichzeitig haben sich die Operationsverfahren rasant weiterentwickelt und wie auf anderen Gebieten auch, geht die Entwicklung hin zu minimal invasiven Verfahren, die dem Patienten geringstmögliche Einschränkungen zumuten und eine immer besser werdendes Ergebnis bieten. So werden heute Bandscheibenvorfälle, die konservativ nicht zu beherrschen sind, etwa knapp 1%, mit diesen neuen minimal invasiven Techniken behandelt.

Grössere Eingriffe wie Skoliose Operationen mit Einbringung von Metallimplantaten werden in offener Operationstechnik durchgeführt.

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Prophylaxe von Wirbelsäulenerkrankungen

Es gibt eine Reihe von wirksamen Methoden um die Wirbelsäule vor den Folgen eines frühzeitigen Verschleisses oder vor Verletzungen zu schützen. Die mit Abstand wichtigsten Drei lauten:

Bewegung, Bewegung und Bewegung

In unserer bewegungsarmen Zeit, in der wir viele Stunden zusammengekauert am Computer verbringen oder ebenso zusammengekauert mit dem Laptop auf den Knien verbringen, ist ausreichende Bewegung oft nicht gewährleistet. Wie weiter oben aber schon angesprochen ist es gerade die Bewegung die die Muskulatur an der Wirbelsäule gesund und stark erhält und dafür sorgt das Bindegewebe und Bandscheiben ausreichend ernährt werden. Ausserdem trainieren wir zugleich Koordination, Propriozeption und Gleichgewicht, elementar wichtige Funktionen für reibungsloses Funktionieren unserer Wirbelsäule.

Aber auch die richtige Gestaltung unseres Arbeitsplatzes mit höhenverstellbaren Schreibtischen und geeigneten Bürostühlen, die korrekte Platzierung von Monitor und Tastatur wie auch das richtige Arbeitsverhalten in Bezug auf die ununterbrochene Arbeitszeit und die Arbeitshaltung sind entscheidende präventive Faktoren an der Wirbelsäule. Immer wieder höre ich von Vielarbeitern, das sie die Akten direkt vor sich haben und darüber greifen zur Tastatur und mit weit in den Nacken gelegten Kopf dann zum Monitor aufblicken. Eine frühzeitige sportärztliche Beratung kann helfen Wirbelsäulenschäden zu vermeiden.

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