Die Hüfte, moderne Behandlungen in Köln

Frühzeitige Diagnostik kann eine Operation an der Hüfte vermeiden. Je früher die degenerative Veränderung der Hüfte erkannt wird, umso besser sind die konservativen Behandlungschancen. Rechtzeitige Weichenstellung und konsequente Therapie können Operationen an der Hüfte verhindern.

Die mit Abstand häufigste Erkrankung der Hüfte ist die Arthrose, der Verschleiss der Knorpelflächen, auch Coxarthrose genannt. Die Arthrose der Hüfte ist eine der häufigsten Ursachen für künstlichen Gelenkersatz. Je früher der Verschleiss an der Hüfte erkannt wird, umso besser lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung verhindern und eine Operation möglicherweise überflüssig machen.

Mit modernsten diagnostischen Methoden untersuchen wir die Hüfte und erstellen ein Risikoprofil. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie kann eine Operation an der Hüfte vermieden werden und wie kann der Verschleiss der Hüfte zuverlässig gestoppt werden.

Wir behandeln Erkrankungen an der Hüfte mit ganzheitlichen Methoden und kombinieren moderne, sportärztliche Behandlungen mit Osteopathie, Physiotherapie und aufbauenden Stabilisierungstechniken.

Wenn Sie weitergehende Fragen zum Thema Hüfte haben, sprechen Sie uns direkt an. Wir beantworten Ihre Fragen gern. Tel. 0221 / 257 99 33

Foto: Sportmedizin, Physiotherapie, Massage Osteopathie in Köln bei Hüftschmerzen.


Die Hüfte

Anatomie der Hüfte

Die Hüfte ist ein klassisches Kugelgelenk. Der kugelförmige Hüftkopf bildet zusammen mit der Hüftpfanne das Hüftgelenk. Die Hüfte ist das zweitgrößte Gelenk am menschlichen Körper nach dem Kniegelenk.

Wir unterscheiden an der Hüft auf der Oberschenkelseite den Hüftgelenkkopf oder Oberschenkelkopf, den Oberschenkelhals, und den Oberschenkelschaft. Beckenseitig wird die Hüftpfanne aus Darmbein, Schambein und Sitzbein gebildet.

Die Hüfte lässt Bewegungen in drei Ebenen zu:

  • Beugung und Streckung: 15°-0°-140°
  • Abduktion und Adduktion: 45°-0°-30°
  • Aussenrotation Innenrotation: 50°-0°-40°

Der kugelige Kopf der Hüfte ist im Umfang größer als der Oberschenkelhals. Der Oberschenkelhals bildet am Übergang zum Oberschenkelschaft zwei knöcherne Erhebungen aus, die wichtige Ansatzpunkte der Hüftmuskulatur am Hüftgelenk darstellen, - Trochanter major und Trochanter minor.

Das Darmbein bildet das Dach der Hüftgelenkpfanne. Es wird funktionell durch knorpelige Lippen das Labrum unterstützt.

Damit die Hüfte unseren aufrechten Gang stabilisieren kann ist eine Bänderschraube aus drei Bandanteilen spiralig um den Schenkelhals am Hüftgelenk gelegt. Die Bänderschraube öffnet sich, wenn man sich vorüberbeugt und schliesst sich je weiter sich der Oberkörper aufrichtet. Eine Hüft Überstreckung wird dadurch verhindert.

Die Hüfte ist komplett von einer derben Gelenkkapsel umschlossen. Auf der Innenseite ist die Kapsel der Hüfte mit einer Gelenkschleimhaut ausgekleidet, die Gelenkflüssigkeit produzieren und wiederaufnehmen kann.

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Ursachen für Erkrankungen der Hüfte

Wir unterscheiden an der Hüfte entzündliche, degenerative und traumatische Erkrankungsursachen. Am häufigsten wird die Hüfte durch degenerative Verschleissprozesse geschädigt. Oft wird eine Arthrose am Hüftgelenk, die sog. Coxarthrose durch eine Fehlstellung des Pfannendachs an der Hüfte, der Hüftdysplasie, ausgelöst. Bei der Hüftdysplasie steht das Pfannendach steiler als an der normalen Hüfte. Dadurch erhöht sich der Druck, weil sich die Auflagefläche verkleinert. Im Laufe der Jahre sich eine arthrotische Schädigung der Knorpelflächen einstellen. Der Weg für eine Coxarthrose wird gebahnt.Übergewicht, zu schwache Muskulatur und nicht ausreichende Bewegung, wie auch falsche Bewegung können die Arthrose der Hüfte verschlimmern. Fehlstellungen wie X-Bein oder O-Bein oder auch ein nicht korrigiertes Beinlängendefizit können die Belastungen für das Hüftgelenk erhöhen und degenerative Prozesse fördern. Eine sportärztliche Beratung kann das Risiko falscher Belastung vermeiden helfen.

Traumatische Verletzungen der Hüfte betreffen oft ältere Menschen, wenn der Knochen durch osteoporotische Abbauprozesse ausgedünnt ist. Recht häufig sieht man den Oberschenkelhalsbruch bei älteren Patienten, die seitlich auf die Hüfte gestürzt sind. Ein klassisches Zeichen für den Bruch des Schenkelhalses der Hüfte ist ein nach aussen gedrehter Fuss und ein etwas verkürztes Bein. Schenkelhalsbrüche werden heute noch am gleichen Tag operativ versorgt und ermöglichen dem Patienten bereits frühe Mobilisation.

Die Hüfte kann Zielort für entzündliche Erkrankungen sein. Bakterielle Infekte sind eher selten. Häufiger sind dagegen rheumatische Erkrankungen an der Hüfte, die meist mit Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit der Hüfte einhergehen.

Im jugendlichen Alter kann es zu einer Wachstumsstörung in den Wachstumsfugen am Oberschenkelkopf der Hüfte kommen. Diese Epiphysiolitis capitis femoris genannte Erkrankung muss in vielen Fällen operativ fixiert werden, um ein Absterben des Hüftkopfes, eine Hüftkopfnekrose zu verhindern.

Eine weitere Erkrankung der Hüfte im jugendlichen Alter ist der Morbus Perthes. Beim Morbus Perthes ist es durch eine Ischämie eine Mangeldurchblutung der Hüfte zu Nekrose am Hüftkopf gekommen. Die Kinder oder Jugendlichen klagen über Schmerzen im Knie, zeigen das typische Schonhinken und vermeiden die Rotationbewegung an der Hüfte. Diese Erkrankung durchläuft verschiedene Stadien und kann vollständig abheilen. Meist werden entlastende Orthesen über die Gesamtzeit der Heilungsdauer verordnet.

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Symptome bei Hüft- Erkrankungen

Schmerzen an der Hüfte sind meist zielführend. Aber auch Bewegungseinschränkungen am Hüftgelenk können auf Erkrankungen hinweisen. Von der Hüfte aus werden Schmerzen aber häufig auch in das Knie projeziert und nur dort wahrgenommen. Wenn bei Knieschmerzen das Kniegelenk in der körperlichen Untersuchung unauffällig ist und auch die Bildgebung keine Hinweise ergibt, dann muss immer auch die Hüfte als möglich Ursache der Knieschmerzen mituntersucht werden. Hüftschmerzen können auch als Leistenschmerz wahrgenommen werden.

Einlaufschmerz an der Hüfte ist ein Zeichen für eine Hüftarthrose. Die ersten Schritte nach längerem sitzen machen dem Patienten grosse Beschwerden in der Hüfte. Nach einigen Schritten lassen die Beschwerden nach und nach einer gewissen Gehstrecke kann der Patient mit Arthrose der Hüfte oft schmerzfrei gehen.

Ändern sich die Schmerzen an der Hüfte während des gehens nicht kann auch eine Osteoporose Ursache der Beschwerden sein. Mit Röntgenaufnahmen und einer speziellen CT Technik der DXA- Knochendichtemessung kann man diese Erkrankung der Hüfte erkennen.

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Konservative Therapie an der Hüfte

Beschwerden der Hüfte werden konservativ erfolgreich behandelt. Je früher die konservative Therapie einsetzt, umso besser sind die Ergebnisse. Daher sollte der Patient mit Hüftbeschwerden keine unnötige Zeit vergehen lassen und sich rechtzeitig ärztlich untersuchen lassen.

Therapeutisch kommen vor allen stabilisierende und aufbauende, physiotherapeutische Techniken zum Einsatz. Muskuläre Stabilität der Hüfte sorgt für bessere Gelenkführung und überträgt Druckkräfte von der Hüfte auf die Muskulatur.

Neben physiotherapeutischen Maßnahmen kann die Osteopathie in besonderer Weise zur Verbesserung der Situation der Hüfte beitragen. Generell gilt die Belastung für die Hüfte geringer zu gestalten.

Foto: Matthias Erbel, Sportmediziner in Köln, Privatpraxis für Sportmedizin, Köln

Physikalische Maßnahmen wie Sport im Wasser, also Bewegungsbäder oder Aquafitness entlasten das Hüftgelenk und lassen Muskelarbeit zu. Joggen ist bei Coxarthrose eher kontraproduktiv, da die Druckkräfte beim laufen mit 6G etwa doppelt so hoch sind wie beim gehen mit 3G. Auch einfache Maßnahmen wie die Benutzung eines Gehstockes entlasten die Hüfte wirksam und verlängern die Gehstrecke bei gleichzeitiger Schmerzlinderung.

Medikamentös lassen sich Beschwerden an der Hüfte wirksam beeinflussen. Entzündungshemmende und abschwellend wirkende Medikamente, die Nicht Steroidalen Antiphlogistika haben sich seit vielen Jahren bewährt. Die wichtigsten Substanzgruppen sind Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen und die moderneren Coxibe, wie Celecoxib und Etoricoxib. Einige Coxibe wurden wegen Herz schädigender Wirkung wieder vom Markt genommen. Zur Schmerzlinderung kommen meist Medikamente der mittleren Wirkklassen zum Einsatz, wie Tramal oder Novalgin. Nur in sehr schweren Fällen muss auf die Gabe von Morphin haltigen Medikamenten zurückgegriffen werden.

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Operative Therapie der Hüfte

Der künstliche Gelenkersatz, die Gelenkprothese oder TEP genannte Operation ist heute der häufigste Eingriff an der Hüfte. Routinierte Operateure setzen moderne High-Tech Implantate an Hüftpfanne und Oberschenkel ein. Die Komplikationsrate einer Hüftgelenk TEP ist sehr niedrig und die Haltbarkeit beträgt bis zu 20 Jahren. Bevor man sich für eine TEP an der Hüfte entscheidet, sollte man sich vor Augen führen, dass nach längstens 20 Jahren ein Austausch der Prothese erforderlich wird. Diese zweite Operation ist schwieriger und die Ergebnisse meist nicht mehr so befriedigend wie bei der ersten OP. Eine dritte Ausstausch OP des künstlichen Hüftgelenkes versucht man weitgehend zu vermeiden. Meist ist dann Altersbedingt die Gehfähigkeit bereits deutlich reduziert.